Sony ZV-1 und Sony Cyber-shot DSC-RX100 V(II) im Vergleich

Ein detaillierter Blick auf die technischen Daten der Kompaktkameras

Sony hat mit der ZV-1 seine erste speziell für Videoaufnahmen optimierte Fotokamera auf den Markt gebracht. Diese hat vieles mit den verschiedenen Modellen der RX100-Serie gemeinsam, unter anderem teilen sich die Kameras das Objektiv und den Bildsensor. Wir vergleichen in folgendem Artikel die ZV-1 mit der Sony Cyber-shot DSC-RX100 V und der RX100 VII.

Weitere Informationen zu den Kameras erhalten Sie über folgende Links:
Ankündigung der Sony ZV-1
Datenblatt der Sony ZV-1
Testbericht der Sony ZV-1
Datenblatt der Sony Cyber-shot DSC-RX100 V
Testbericht der Sony Cyber-shot DSC-RX100 V
Datenblatt der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII
Testbericht der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII

Unterschied 1: Gehäuse und Bedienung
Die Kameras der RX100-Serie von Sony sehen sich seit Generationen sehr ähnlich. Hier und da gibt es zwischen den einzelnen Modellen zwar leichte Unterschiede, grundsätzlich hat Sony am Konzept im Laufe der Jahre aber nicht viel verändert. Bei der ZV-1 hat sich Sony für verschiedene Änderungen entschieden, diese sollen vor allem den Komfort bei Videoaufnahmen erhöhen.

Neu ist im Vergleich zu allen bisher erhältlichen RX100-Kameras der Griff. Dabei handelt es sich um eine gummierte Fläche auf der Vorderseite. Diese bietet den Fingern deutlich mehr Halt als das glatte Gehäuse der RX100-Kameras. Bei den Modellen der RX100-Serie lässt sich mit dem AG-R2 zwar ein Griff zum Aufkleben nutzen, dieser muss jedoch optional erworben werden. Die Gehäuse sind fast identisch groß und auch nahezu gleich schwer. Während Sony bei den RX100-Gehäusen unter anderem Metall verwendet, wird die ZV-1 allerdings fast nur aus Kunststoff gefertigt.

Die ZV-1 besitzt einen gummierten Griff, auf einen Objektivring muss dagegen verzichtet werden:

Ein weiter Unterschied lässt sich beim Objektiv feststellen. Dieses steht zwar wie die Objektive der RX100-Kameras aus dem Gehäuse heraus, bei der ZV-1 hat Sony aber auf einen Objektivring verzichtet. Dadurch fällt die zusätzliche Möglichkeit des Anpassens der Blende, der Belichtungskorrektur oder eines anderen Parameters weg. Alle derartigen Einstellungen lassen sich allein mit dem rückseitigen Einstellrad vornehmen.

Bei der RX100 V und VII (hier zu sehen) gibt es keinen Griff, dafür einen Einstellring am Objektiv:

Ebenfalls weggelassen hat Sony bei der ZV-1 das Programmwählrad. Dessen Fuktion übernimmt die Mode-Taste. Wer diese drückt, bekommt ein virtuelles Programmwählrad zu Gesicht. Dieses kennt man von den RX100-Kameras, bei der ZV-1 wird es zur Wahl des Aufnahmemodus jedoch zwingend benötigt. Eine speziell für Videografen vorgenommene Optimierung ist die Verlagerung des Videoauslösers von der Rück- auf die Oberseite. Hier lassen sich Videos deutlich einfacher starten und stoppen, die Taste wurde zudem mit einem roten Kreis optisch deutlich hervorgehoben. Apropos rot: Damit vor der Kamera stehende Videografen wissen, dass die Aufnahme läuft, hat Sony auf der Vorderseite ein sogenanntes Tally-Light verbaut. Dieses leuchtet rot, wenn Videos aufgezeichnet werden. Selbst wenn das Display verdeckt oder schwer abzulesen ist, bleibt man daher jederzeit im Bilde.

Das dreh- und schwenkbare Display der ZV-1 erlaubt die Bildkontrolle ohne Einschränkungen:

Das um 180 Grad nach oben schwenkbare Display der RX100 V/VII bietet nicht ganz so viel Komfort:

Unterschied 2: Display und Sucher
Die neueren Kameras der RX100-Serie von Sony eignen sich dank eines nach oben schwenkbaren Displays durchaus zur Aufnahme von Vlogs. Selbst wer vor der Kamera steht, kann sich auf dem Display sehen. Die nach oben schwenkbare Lösung sorgt jedoch auch für Nachteile. So würde auf der Kamera montiertes Zubehör das Display verdecken. Dieses Problem lässt sich am einfachsten durch eine dreh- und schwenkbare Displaykonstruktion umgehen, diese nutzt Sony bei der ZV-1. Hier klappt man das LCD zur Seite aus und kann es dort drehen. Da Sony der ZV-1 nicht nur einen Zubehörschuh zum Aufstecken eines externen Mikrofons spendiert hat, sondern auch einen größeren Windschutz mitliefert, war die dreh- und schwenkbare Auslegung des Displays die einzig sinnvolle Lösung.

Abseits der Aufhängung unterscheidet sich das LCD-Panel allerdings kaum von den Panels der neueren RX100-Modelle. Bei allen drei Kameras in diesem Vergleich wird ein 3,0 Zoll großes Display mit rund einer Million Subpixel verbaut. Eingaben sind hier per Touch möglich, viele Optionen stehen wie gewohnt aber nicht zur Verfügung. Daher lässt sich per Touch nur der Fokuspunkt setzen und im Wiedergabemodus der Bildausschnitt vergrößern sowie verschieben.

Im Gegensatz zur RX100 V und RX100 VII besitzt die ZV-1 keinen elektronischen Sucher:

Nicht vorhanden ist bei der ZV-1 im Gegensatz zu den RX100-Kameras ab der RX100 III ein elektronischer Sucher. Dieser ist zum einen für Videoaufnahmen wenig relevant, zum anderen bietet das Gehäuse der ZV-1 wegen des großen Mikrofons und des Zubehörschuhs nicht ausreichend Platz. Wer unbedingt einen Sucher nutzen möchte, muss also zu den RX100-Kameras greifen. Ob sich über den Zubehörschuh der ZV-1 externe Sucher nutzen lassen, konnten wir bislang nicht herausfinden.

Unterschied 3: Der Autofokus
Das Autofokussystem der Sony ZV-1 arbeitet wie bei den meisten Sony-Modellen mit einem Hybrid-AF. Neben der Phasendetektion kommt also auch die Kontrastmessung zum Einsatz. Dafür befinden sich auf dem Sensor 315-Phasen-AF-Felder, sie decken rund 65 Prozent der Sensorfläche ab. In diesem Punkt unterscheidet sich die Kompaktkamera nicht von der Sony Cyber-shot DSC-RX100 V(A). Die neuere RX100 VII ist dagegen mit einem Sensor mit 357 Phasen-AF-Feldern und einer Sensorabdeckung von 68 Prozent ausgerüstet. In puncto AF-Funktionen schließt die ZV-1 dagegen zur RX100 VII auf. Das liegt unter anderem am Bionz-X-Prozessor der Kamera. Dieser kommt bei der RX100 VII und Alpha 9 II zum Einsatz und ist besonders leistungsfähig. Bei der ZV-1 macht er die Realtime-Augenerkennung bei Videos möglich, bei Fotos steht neben der Augenerkennung von Menschen auch die Tieraugenerkennung zur Verfügung. Das erlaubt im RX100-Segment nur die RX100 VII. Bei der RX100 V funktioniert der Augen-AF allein bei Menschen und lediglich im Foto-Modus.

Das Mikrofon nimmt bei der Sony ZV-1 deutlich mehr Platz ....

... als bei den RX100-Kameras ein (jeweils rot markiert):

Unterschied 4: Mikrofon und 3,5mm Klinkenanschluss
Die Sony ZV-1 muss als eine für Videos optimierte Kamera natürlich auch eine ansprechende Tonqualität liefern. Damit dies ohne weiteres Zubehör möglich ist, hat Sony ein direktionales Stereomikrofon verbaut. Dieses sollte angesichts der riesigen „Soundeinlassfläche“ auf der Oberseite besonders groß ausfallen. Damit Aufnahmen auch außerhalb von Gebäuden ohne Störungen erfolgen können, liegt ein Windschutz zum Aufstecken bei. Die Mikrofone der RX100 VII und RX100 V(A) fallen dagegen „standardmäßig“ aus, ein Windschutz lässt sich allenfalls aufkleben.

Die ZV-1 verfügt genauso wie die RX100 VII über einen 3,5mm Klinkenanschluss für Mikrofone:

Wer das integrierte Mikrofon der ZV-1 nicht nutzen möchte, kann ein externes Mikrofon unter anderem per 3,5mm Klinkeneingang anschließen. Das ist nur noch bei der RX100-Kamera der siebten Generation möglich, bei den anderen RX100-Modellen nicht.

Der Zubehörschuh ermöglicht unter anderem die Montage eines Windschutzes:

Unterschied 5: Zubehörschuh
Zubehörschuhe sind bei kompakten Kameras selten anzutreffen. Bei den RX100-Modellen ist dieser nur ein einziges Mal zu finden, dabei handelt es sich um die Sony Cyber-shot DSC-RX100 II (Testbericht). Die ZV-1 wurde damit ebenso ausgerüstet. Unter anderem dient der Schuh zur Montage von Mikrofonen. Dabei kann es sich um Mikrofone beliebiger Hersteller mit 3,5mm Klinkenanschluss oder um Modelle von Sony mit speziellen Kontakten handeln. Da der Schuh als Multi-Interface-Schuh damit ebenfalls ausgerüstet ist, kann die Datenübertragung ohne zusätzliches Kabel erfolgen. Zu den kompatiblen Modellen gehört unter anderem das Sony ECM-XYST1M.

Weitere Unterschiede:
Die weiteren Unterschiede zwischen der Sony ZV-1 und den verschiedenen RX100-Modellen halten sich in Grenzen. So verbaut Sony bei der ZV-1 – genauso wie bei der RX100 V – einen integrierten ND-Filter. Die RX100 VII besitzt diesen nicht.

Der Griff GP-VPT2BT kann als Stativ oder für die Aufnahme bei Vlogs/Selfies verwendet werden:

Zu den bei der ZV-1 neuen Software-Features für Videografen gehören die Optimierung der Haut, eine verbesserte Farbwiedergabe und ein „Soft-Skin“-Effekt. Per „Bokeh Switch“ lässt sich besonders einfach eine geringe Schärfentiefe erzielen, mit der speziellen Produkt-Präsentations-Einstellung kann man Produkte besser präsentieren. Nur für Fotografen relevant ist der bei der ZV-1 fehlende integrierte Blitz. Über den Zubehörschuh kann allerdings ein externer Systemblitz aufgesteckt werden.

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Kommentare

Irgend etwas stimmt doch bei ...

Irgend etwas stimmt doch bei ihrem Vergleich nicht
Die Kompaktkamera RX100 VII hat eine Brennweite von 24-200mm und eine Blende von 2,8-4,5. Heb jetzt da nur mal das wichtigste geschrieben.

Kein eingebauter Blitz mit Verweis ...

Kein eingebauter Blitz mit Verweis auf externen Blitz? Das ist derart unpraktisch und macht die Kamera für mich leider unkaufbar!

Sind hier einige fehlerhafte Angaben ...

Sind hier einige fehlerhafte Angaben in der Tabelle?

Brennweite ist doch bei der VII 24-200
Lichtstärke 2,8 - 4,5

Hallo, vielen Dank für die ...

Hallo,
vielen Dank für die Hinweise. In der Tabelle hatten wir den falschen Wert angegeben, die RX100 VII ist mit einem 24-200mm-Objektiv mit F2,8 bis F4,5 ausgestattet.

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