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Praxisbericht zur Canon EOS 90D

Die Canon EOS 90D (Datenblatt) ist das Nachfolgemodell der Canon EOS 80D (Testbericht) . Die Kameras sehen sich sehr ähnlich, Unterschiede sind vor allem beim Sucherbuckel zu erkennen. Der Blick auf das Datenblatt verrät, dass die EOS 90D ein minimal größeres Gehäuse (14,1 x 10,5 x 7,7cm statt 13,9 x 10,5 x 7,9cm) als ihr Vorgängermodell besitzt.

Das Gewicht wurde trotzdem von 701g auf 699g reduziert. Als Material nutzt Canon wie gewohnt Aluminium (inneres Chassis) und glasfaserverstärktes Polykarbonat, Abdichtungen zum Schutz vor Staub und Spritzwasser sind vorhanden.

Die Canon EOS 90D besitzt ein abgedichtetes Gehäuse mit einem großen Griff:

Den Griff und weitere Teile der Kamera wurden mit einer Gummierung überzogen, diese sorgt für ein angenehmes und sicheres Handling. Der Griff passt optimal zu mittelgroßen Händen, alle Finger finden ausreichend Platz vor. Selbst beim Einsatz größerer Objektive ist die Investition in einen zusätzlichen Griff daher nicht unbedingt nötig. Möglich ist sie allerdings schon, denn Canon bietet den „BG-E14“ als Hochformatgriff an.

Auf der Rückseite ist der Joystick das wichtigste neue Feature:

Das wichtigste neue Bedienfeature der Canon EOS 90D (Produktbilder) stellt zweifellos der hinzugekomme AF-Joystick dar. Damit lässt sich das Messfeld besonders komfortabel mit dem Daumen verschieben. Unverständlich ist die Tatsache, dass vorab die AF-Messfeldtaste gedrückt werden muss. Das mag Fehleingaben zwar verhindern, kostet aber unnötig Zeit. Die weiteren Tasten und deren Position kennt man größtenteils von der EOS 80D. Wichtige Aufnahme-Optionen (AF, Auslösemodus, ISO, Belichtungsmessmethode) sind auf der Oberseite direkt zu erreichen, über das Kontrolldisplay ist der Nutzer stetig auf dem aktuellen Stand. Die Wahl der Blende/Belichtungszeit erfolgt standardmäßig mit einem Einstellrad auf der Oberseite, das zweite Wählrad auf der Rückseite dient auch als Steuerkreuz. Leider hat sich Canon bei der EOS 90D für eine neue Wählradkonstruktion mit einer abfallenden Kante entschieden. Dadurch ist das Rad nicht mehr so gut wie beiden Vorgängermodellen zu drehen.

Einen Teil der Bedienelemente kann der Nutzer nach seinen Wünschen belegen:

Trotzdem gilt: Die EOS 90D bedient sich praktisch wie eine EOS 80D mit dem Joystick als Bonus. Das heißt: Dank zahlreicher Bedienelemente wird grundsätzlich ein hoher Bedienkomfort erreicht, fast alle wichtigen Optionen sind schnell anpassbar. Und sollte das doch einmal nicht der Fall sein, hilft das Quickmenü aus. Hier sind alle Aufnahmeoptionen aufgeführt.

Frei belegen lassen sich bei der EOS 90D insgesamt acht Tasten, mit Ausnahme der „SET“-Taste in der Mitte des Steuerkreuzes halten sich die Optionen jedoch in Grenzen. Anpassungsmöglichkeiten gibt es nur recht wenig. Da wie erwähnt sehr viele Direktwahlasten zur Verfügung stehen, stört uns das allerdings kaum. Nicht optimal: Die Größe mancher Tasten fällt aus unserer Sicht etwas klein aus. Das liegt am fehlenden Platz auf der Oberseite.

Das Hauptmenü der Spiegelreflexkamera ist klassisch aufgebaut:

Das Hauptmenü der Canon EOS 90D (Bildqualität) besitzt den üblichen Aufbau. Neben den Aufnahme- und Wiedergabeoptionen haben auch die Verbindungseinstellungen und Systemeinstellungen ein eigenes Menü bekommen. Zudem gibt es einen Menüpunkt für Custom-Optionen und ein My Menu. Letzteres kann der User selbst zusammenstellen. Häufiger benötigte, aber im Menü etwas verstecktere Optionen, sind damit wesentlich schneller zu erreichen.

Das "My Menu" gestaltet der Nutzer selbst:

Kaum Neues gibt es von den Fotoprogrammen zu berichten, diese kennt man größtenteils von der EOS 80D. Das ist aber auch nichts Schlechtes, denn Aufnahmemodi gab es schon hier mehr als genug. Anfänger können zur Vollautomatik oder einen der zwölf Szenenmodi („Porträt“, „Gruppenfoto“, „HDR-Gegenlicht“, …) greifen, erfahrenere Fotografen zu den PSAM-Programme. Zudem stehen zwei Custom-Modi und ein extra Modus für Bulbbelichtungen zur Verfügung. Acht Filtereffekte („Körnigkeit S/W“, „Spielzeugkamera-Effekt“, „HDR gesättigt“, …) ergänzen das Angebot. Abseits der klassischen Fotoprogramme gibt es noch eine Intervallaufnahme- und einen Fokus-Bracketing-Funktion. Belichtungsreihen sind natürlich ebenfalls möglich.

Das Fokus-Bracketing-Menü der Canon EOS 90D:

Das Autofokussystem der EOS 90D hat Canon (Geschwindigkeit) zum Großteil vom Vorgängermodell EOS 80D übernommen. Der Phasen-AF-Sensor der Spiegelreflexkamera verfügt über 45 Kreuzsensoren. 27 Messfelder arbeiten bis zu einer Offenblende von F8, der Rest bis zu einer Offenblende von F5,6. Oberhalb von F5,6 stehen neun Kreuzsensoren und 18 Liniensensoren zur Verfügung. Daneben hat Canon neun Liniensensoren als Hilfsmessfelder integriert. Der Nutzer erfährt von diesen Hilfsmessfeldern nichts, sie sind weder sichtbar noch auswählbar.

Zu den Autofokus-Optionen: Fotografen können sich für ein kleines AF-Messfeld („Spot-AF“), ein normales AF-Feld („Einzelfeld AF“), eine AF-Zone, eine große AF-Zone und die automatische Messfeldwahl entscheiden. Die Abdeckung der Messfelder ist nicht riesig, im erweiterten Zentrum lässt sich damit jedoch sehr gut arbeiten.

Der neue Spot-AF eignet sich für die Aufnahme von kleinen Motiven:

Im Liveviewmodus sieht es noch besser aus. Der Dual Pixel CMOS-AF deckt 100 Prozent der Sensorhöhe und 88 Prozent der Sensorbreite ab. Insgesamt gibt es 143 Messfelder und  5.481 mögliche Fokuspositionen. Auch in puncto AF-Arbeitsbereich liegt der Liveview-AF vorne. Damit kann ab -5EV scharfgestellt werden, der Phasen-AF-Sensor funktioniert erst ab -3EV. Wieder nur im Liveviewmodus wählbar, ist die Augenerkennung der DSLR. Bei Porträtfotos macht dieses Feature Aufnahmen deutlich einfacher. Bei Serienaufnahmen liegt dagegen der Phasen-AF-Sensor vorne. Er schafft die Fokusnachführung bei bis zu zehn Bildern pro Sekunde, der Liveview-AF bei lediglich bis zu sieben Bildern pro Sekunde. Bei höheren Bildraten fokussiert die Kamera nur vor der ersten Aufnahme und danach nicht mehr. Mit sieben bzw. zehn Bildern pro Sekunde kommt man jedoch sehr gut aus. Nichts Neues, aber sehr sinnvoll: Wie alle höherklassigen DSLR unterstützt die EOS 90D die AF-Feinabstimmung.

Bei der EOS 90D lässt sich im Liveviewmodus ein elektronischer Verschluss nutzen:

Von Kameras der unteren Klassen haben sich die Spiegelreflexkameras der zweistelligen EOS-Serie (mit Ausnahme der EOS 10D) schon immer durch eine kürzere Verschlusszeit abgehoben. Bei der Canon EOS 90D (Technik) ändert sich das nicht. Ihr mechanischer Verschluss arbeitet zwischen  30 Sekunden und 1/8.000 Sekunde, mit dem Bulbmodus lässt sich die Zeit verlängern. Als Neuerung ist die DSLR mit einem elektronischen Verschluss ausgestattet. Dieser erlaubt Belichtungszeit von 1/16.000 Sekunde. Der elektronische Verschluss funktioniert anders als der mechanische Verschuss allerdings nicht in allen Modi. Konkret gilt: Er steht nur im Einzelbildmodus und zugleich beim Liveviewbetrieb zur Verfügung. Die Möglichkeiten werden dadurch schon etwas eingeschränkt.

Ein Update hat im Vergleich zur EOS 80D der Belichtungsmesssensor erhalten. Statt auf ein Modell mit 7.560 RGB-Pixel zu setzen, nutzt Canon bei der EOS 90D einen Chip mit 220.000 RGB-Pixel. Die Anzahl der Messzonen wurde zudem von 63 (9 x 7) auf 216 (18 x 12) erhöht. Das erlaubt eine präzisere Belichtung. Nicht verändert haben sich die Belichtungsmessmethoden. Neben der Mehrfeld- und der mittenbetonten Messung sind auch die Selektiv- und die Spotmessung wählbar. Für die Praxis gilt: Große Unterschiede können wir nicht feststellen, schon die Belichtungsmessung der EOS 80D arbeitet treffsicher.

Die Bildkontrolle erfolgt wie bei DSLRs üblicher per Sucher oder Display:

Den optischen Sucher und das Display der EOS 90D hat Canon (Datenblatt) 1:1 vom Vorgängermodell übernommen. Beim optischen Sucher handelt sich um ein Pentaprismensucher mit 0,59-facher Vergrößerung und einer Bildfeldabdeckung von 100 Prozent. Er gehört mit diesen technischen Daten zur oberen Mittelklasse, eine höhere Vergrößerung wäre aber durchaus wünschenswert. Trotzdem ergeben sich beim praktischen Einsatz keine Probleme.

Das schwenkbare LCD macht die Kontrolle einfach:

Das Display entspricht mit einer Auflösung von 1,04 Millionen Subpixel und einer Diagonalen von 3,0 Zoll dem Durchschnitt. Die Detailwiedergabe überzeugt, große Einblickwinkel erlauben das Betrachten von der Seite. Notwendig wäre Letzteres in der Praxis allerdings nicht wirklich, denn das Panel lässt sich vom Nutzer sowohl drehen als auch schwenken. Das macht die Bildkontrolle sehr einfach und komfortabel. Sogar bei Selbstporträts oder Vlogs besteht die Möglichkeit, den Bildausschnitt zu prüfen. Die Touchscreenoberfläche arbeitet optimal, Eingaben werden präzise erkannt. Wie üblich bei Canon wurde die Touchfunktion sehr gut in das System integriert.

Die Videofunktion war zuletzt keine Stärke der Kameras von Canon. Fehlende Funktionen und ein starker Cropeffekt waren bei nicht wenigen Kameras ein größeres Manko. Bei der Canon EOS 90D (Beispielaufnahmen) ändert sich das. Die Spiegelreflexkamera unterstützt als erstes Foto-Modell des japanischen Herstellers 4K-Aufnahmen ohne Crop. Der Bildwinkel der Fotos entspricht daher – die unterschiedlichen Seitenverhältnisse von Fotos und Videos unbeachtet – dem Bildwinkel der Videos. Das ist ein großer Vorteil gegenüber früheren Kameras von Canon. In 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) lassen sich 25 und 30 Vollbilder pro Sekunde speichern, in Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) sind 25 bis 60 Bilder pro Sekunde wählbar. Aktiviert man den Modus „Hohe Bildrate“ sind sogar bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde möglich. Gut zu wissen: Wer sich bei 4K-Aufnahmen eine etwas längere Brennweite wünscht, aktiviert die „4K Movie schneiden“-Funktion. Dann wird ein etwas kleinerer Sensorbereich ausgelesen, woraufhin ein 1,2-fach Crop entsteht. Für Videos mit einem größeren Dynamikumfang gibt es eine HDR-Videofunktion.

Das Videomenü der EOS 90D mit Auflösungs- und Bildraten-Optionen:

Die Liste der weiteren Videofeatures ist lang. Dazu gehören unter anderem die Aufnahme von Zeitraffervideos, die manuelle Belichtung, ein elektronischer Bildstabilisator (mit zwei unterschiedlichen Stabilisierungs-Stufen) und verschiedene AF-Einstellungen (AF-Servo-Geschwindigkeit sowie -Reaktion). Zudem können Videografen den Bildstil bestimmen, zwecks einer besseren Tonqualität ein externes Mikrofon anschließen und den Ton per Kopfhörer kontrollieren. Die Pegelung ist natürlich möglich, die Kompression der Dateien lässt sich aktivieren oder deaktiveren.

Die Bildqualität der 4K-Videos sehen wir auf einem sehr guten Niveau, an die Konkurrenz kommt die DSLR allerdings nicht ganz heran. Dafür zeigen die Aufnahmen etwas zu wenig Details. Im Vergleich zu einem Full-HD-Bild werden jedoch deutlich mehr Details aufgelöst. Das Autofokussystem stellt dank Dual-Pixel-CMOS-AF, der bei allen Auflösungen und Bildraten mit Ausnahme von 100 und 120 Vollbildern pro Sekunde in Full-HD aktiv ist, schnell und sehr präzise scharf.

Ein Praxisbericht von:

Thomas Kniess

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