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Das Fazit zur Canon EOS M6 Mark II

Beim Sensor der Canon EOS M6 Mark II (Datenblatt) handelt es sich um einen Chip der APS-C-Klasse. Dieser misst 22,3 x 14,8mm und speichert Bilder mit 6.960 x 4.640 Pixel. Mehr Bildpunkte als die genannten 32,3 Megapixel hat aktuell (Stand: April 2020) kein APS-C-Sensor zu bieten, selbst viele Vollformatsensoren lösen geringer auf. Canon setzt auf einen herkömmlichen Tiefpassfilter, der ISO-Bereich bewegt sich zwischen ISO 100 und ISO 25.600. Die zudem vorhandene H-Erweiterung entspricht ISO-äquivalenten 51.200.

Die Bildqualität der Kamera bewegt sich auf dem Niveau der Canon EOS 90D. Dies ist angesichts der identischen Sensoren natürlich nicht verwunderlich. Die DSLM sortiert sich damit im oberen Drittel der APS-C-Kameras ein. Details löst sie sehr gut und trotz der hohen Auflösung ohne starkes Rauschen auf, bis ISO 800 lässt sich Letzteres praktisch nicht wahrnehmen. Bei ISO 1.600 fällt es kaum auf, erst bei ISO 3.200 muss die Rauschreduzierung etwas stärker eingreifen.

Bei Aufnahmen mit ISO 6.400 werden feine Details nicht mehr optimal wiedergegeben, grundsätzlich sind die Fotos aber noch verwendbar. Nur die beste Detailwiedergabe sollte man nicht mehr erwarten. Bei ISO 12.800 sind große Abstriche notwendig, noch höhere ISO-Stufen lassen die Bildqualität drastisch absinken.

Bei schlechteren Lichtverhältnissen löst die Kamera Details bis ISO 1.600 sehr gut und bis ISO 3.200 gut auf. Bei ISO 6.400 nimmt die Bildqualität etwas stärker ab, mit Einschränkungen bleiben die Bilder aber nutzbar. ISO 12.800 würden wir lediglich im Notfall einstellen, höhere Sensorempfindlichkeit nicht mehr verwenden. Wie für die meisten Kameras von Canon gilt auch für die EOS M6 Mark II: Die Aufnahmen werden mit den Standardeinstellungen wenig nachgeschärft, dies kann man unter anderem durch das Anpassen des Bildstils verändern.

Die Serienbildrate der DSLM ist sehr hoch, das AF-System nur durchschnittlich:

Canon gibt für die EOS M6 Mark II eine Serienbildgeschwindigkeit von bis zu 14 Aufnahmen pro Sekunde an. Sie arbeitet damit deutlich schneller als vergleichbare DSLR-Modelle. Die Canon EOS 90D (Testbericht) schafft beispielsweise maximal elf Bilder pro Sekunde. In der Praxis werden die genannten 14 Bilder pro Sekunde fast punktgenau erreicht, mit 13,8 Bildern pro Sekunde liegt die DSLM nur knapp darunter. Dabei stehen sowohl die kontinuierliche Fokussierung als auch der mechanische Verschluss zur Verfügung. Zu den Details: Im JPEG-Format sind es 13,8 Bilder pro Sekunde für 41 Fotos in Serie, danach wird die Kamera mit 3,4 Bildern pro Sekunde deutlich langsamer. Bei RAW-Aufnahmen muss man zwischen den unkomprimierten und den komprimierten RAW-Dateien unterscheiden. Bei unkomprimierten RAW-Dateien arbeitet die EOS M6 Mark II nach 22 Fotos in Folge langsamer, bei komprimierten Dateien sind es 38 Aufnahmen in Serie. Bei JPEG+RAW sieht es mit 22 (RAW) und 35 (cRAW) Aufnahmen in Folge ähnlich aus. Es gilt daher: Wer längere Aufnahmeserien benötigt, muss unbedingt die cRAW-Option verwenden. Die Bildqualität unterscheidet sich im Regelfall nicht, erst bei hohen ISO-Stufen sollten relevante Unterschiede zu sehen sein. Neben den klassischen Aufnahmemodi verfügt die DSLM zudem über den sogenannten „RAW-Burst-Modus“. In diesem Modus sind einige Besonderheiten zu beachten. Zum einen besitzen Bilder nicht die volle Auflösung, sondern knapp 18 Megapixel.

Der Grund dafür ist schnell erklärt: Die Kamera liest nicht den vollen Sensor aus, sondern nur einen Teil in der Bildmitte. Dadurch entsteht ein deutlicher Cropeffekt. Des Weiteren gilt es zu beachten, dass Bilder allein im RAW-Format und zusätzlich in einer einzigen RAW-Datei abgespeichert werden. Die Auswahl eines Einzelbildes kann daher nur in der Kamera oder mit der Digital Photo Professional-Software von Canon erfolgen. Dieser Workflow weicht deutlich vom sonst üblichen Vorgehen ab und ist weit weniger komfortabel. Zu guter Letzt erfolgen Aufnahmen im „RAW-Burst-Modus“ lediglich per elektronischem Verschluss. Die im Praxisteil angesprochenen Nachteile bzw. Einschränkungen des elektronischen Verschluss sind daher unbedingt zu beachten. Einen Vorteil hat der "RAW-Burst-Modus" aber natürlich auch zu bieten: Hier speichert die Canon EOS M6 Mark II stattliche 28,6 Fotos pro Sekunde und gehört damit zu den schnellsten Systemkameras überhaupt. Der Pufferspeicher reicht für 55 Aufnahmen in Folge. In der Praxis eignet sich der RAW-Burst-Modus für kurze Situationen, in denen möglichst viele Bilder pro Sekunde festgehalten werden sollen. Dank der optionalen Pre-Recording-Funktion („Voraufnahme“ genannt) lassen sich kurzzeitig stattfindende Ereignisse zudem besonders komfortabel einfangen.

Als Fokussierungszeit haben wir bei der EOS M6 Mark II 0,28 Sekunden gemessen. Diesen Wert stufen wir als gut ein, einige Kameras sind allerdings schneller. Die Auslöseverzögerung liegt bei recht kurzen 0,04 Sekunden, vollständig betriebsbereit ist die Kamera nach nicht allzu langen 1,65 Sekunden. Für die erste Bildaufnahme nach dem Kamerastart werden sogar nur 1,36 Sekunden benötigt.

Die DSLM besitzt ein kompaktes Gehäuse, leider ohne Abdichtungen und aus Kunststoff:

Unser Fazit:
Canon bietet mit der EOS M6 Mark II (Praxis) eine kompakte spiegellose Systemkamera an, die ein leistungsfähiges Gesamtpaket zu bieten hat. Der Verzicht auf einen Sucher macht kleine Abmessungen möglich, durch die optional erwerbbaren Sucher muss man darauf jedoch nicht zwingend verzichten. Mit diesem Konzept lässt Canon dem User freie Hand. Ohne Suchereinsatz wird das solide 3,0 Zoll messende LCD mit 180-Grad-Schwenkfunktion zur Bildkontrolle verwendet. Das Gehäuse der DSLM hat Canon zwar zweifellos ordentlich verarbeitet, der Einsatz von Kunststoff und die fehlenden Abdichtungen dürften bei den meisten Fotografen aber nicht gerade für Freudensprünge sorgen. Andere Kameras – auch aus der Mittelklasse – sind robuster.

Beim Handgriff hat sich Canon für eine ergonomische Form sowie eine griffige Gummierung entschieden, leider ist er etwas kurz geraten. Bei kleineren Objektiven, wozu die EF-M-Modelle allesamt gehören, stört das nicht oder nur wenig. Beim Einsatz von größeren EF-S- oder EF-Objektiven mittels Adapter finden wir das Handling aber nicht mehr komfortabel. Das ist eine Schattenseite des kleinen Gehäuses. Pluspunkte vergeben wir dagegen für die vielen Einstellräder der Canon EOS M6 Mark II (Produktbilder), die wichtigsten Parameter lassen sich schnell verändern. Tasten besitzt die DSLM nicht allzu viele, die meisten sind durch den Nutzer konfigurierbar. Die lange Liste an Fotoprogrammen und die weiteren Aufnahmen-Features (Intervallaufnahme oder das Fokus Bracketing) können sich ebenso sehen lassen.

Die Serienbildfunktion arbeitet überzeugend, das Autofokussystem nicht in allen Situationen:

Serienaufnahmen speichert die EOS M6 Mark II mit sehr flotten 13,8 Bildern pro Sekunde im herkömmlichen Aufnahmemodus und mit stattlichen 28,6 Bildern pro Sekunde im "RAW-Burst-Modus". Beide Werte überzeugen. Den Pufferspeicher hat Canon nicht allzu groß dimensioniert, mit 41 JPEG- und 38 komprimierten RAW-Bildern kann man jedoch auskommen. Im "RAW-Burst-Modus" sind es 55 Bilder in Folge, die Auflösung liegt allerdings nur bei knapp 18 Megapixel. Des Weiteren gestaltet sich das Auswählen eines Fotos deutlich aufwendiger. Das Autofokussystem der spiegellosen Systemkamera schlägt sich bei statischen Motiven und Porträts sehr gut, bewegte Objekte werden aber doch recht schnell aus dem Fokus verloren. Das machen andere Kameras besser. Die Fokussierungszeit liegt mit 0,28 Sekunden auf einem guten Niveau, vollständig einsatzbereit ist die Kamera nach ebenfalls guten 1,65 Sekunden.

Die Bildqualität der Fotos und Video bewegt sich im sehr guten Bereich:

Die Fotos der Canon EOS M6 Mark II lösen bei niedrigen ISO-Stufen sehr viele Details auf, das Rauschen hält sich dabei in Grenzen. Der 32,3-Megapixel-Sensor der APS-C-Klasse leistet also eine gute Arbeit. Erst ab ISO 6.400 sinkt die Detailwiedergabe sichtbar ab.

Videoaufnahmen ermöglicht die DSLM in 4K ohne Crop mit einer sehr guten Qualität, in Full-HD können mit 120 Vollbildern pro Sekunde ansprechende Zeitlupen aufgenommen werden. Der Autofokus arbeitet bei Videos exzellent, manuelle Optionen und der Anschluss für ein externes Mikrofon fehlen nicht. Hier fehlt uns einzig die Option, 4K-Videos außerhalb des Videomodus zu starten.

Pro&Contra zur Canon EOS M6 Mark II

  • Sehr gute Bildqualität & hohe Auflösung bis ISO 3.200
  • Auch bei hohen ISO-Werten bis 6.400 ist die Detailwiedergabe vergleichsweise gut
  • Ordentlich aufgelöstes (1,04 Millionen Subpixel) und schwenkbares 3,2 Zoll Display
  • Das Display erlaubt die Bildkontrolle auch bei Selbstporträts
  • Sehr hohe Bildrate (im Labor: 13,8 Bilder/Sek. für bis zu 38 RAW-Bilder in Folge)
  • Extrem hohe Bildrate im RAW-Burst-Modus (28,5 Bilder/Sek. für 55 Fotos in Folge)
  • Recht schneller und treffsicherer AF (Fokussierung inkl. Auslöseverzögerung nur 0,28 Sek.)
  • Dual Pixel CMOS-AF fast im gesamten Bildfeld nutzbar
  • Viele Wählräder und einige Tasten vorhanden
  • Viele frei konfigurierbare Fn-Tasten
  • Sehr viele Einstellungsmöglichkeiten im Menü möglich
  • Quickmenü und "My Menu" mit den wichtigsten Optionen vorhanden
  • Voll- und Halbautomatiken sowie manueller Belichtungsmodus vorhanden
  • Manuelle Fokussierung mit Peaking-Unterstützung und Displaylupe
  • Intervallaufnahme und Fokus-Bracketing möglich
  • Aufnahmen im RAW-Bildformat möglich (ebenso natürlich JPEG+RAW)
  • WLAN und Bluetooth für kabellose Fernsteuerung und Datenübertragung vorhanden
  • Zubehörschuh für ein Blitzgerät vorhanden
  • 4K-Videoaufnahme mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde (2160p30) möglich
  • Full-HD-Videoaufnahme mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde (1080p120) möglich
  • Sehr gute Bildqualität im Videomodus
  • Anschluss für ein externes Mikrofon (3,5mm Klinke)
  • Kompatibel zu allen getesteten Speicherkarten bis 256GB
  • Zur 256GB SDXC-Speicherkarte Lexar Professional 600x Speed (UHS-I, Class 10) kompatibel
  • Zur 64GB SDXC-Karte Lexar Professional 2.000x (300MB/Sek) UHS-II Class 10 kompatibel
  • Vergleichsweise einfaches Kunststoffgehäuse ohne Abdichtungen
  • 4K-Videos lassen sich nur im Videomodus aufnehmen

Testurteil

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Kommentare

Hallo, unter den Contra-Punkten ist ...

Hallo,

unter den Contra-Punkten ist folgende Information zu lesen: 4K-Videos lassen sich nur im Videomodus aufnehmen. Was genau ist damit gemeint? Dass man 4k Videos nur im Videomodus und nicht in anderen Modi aufnehmen kann, sollte doch selbstverständlich sein, oder?

Vielen Dank und viele Grüße

Jens Pohlhaus

Hallo, hier verweise ich auf ...

Hallo,
hier verweise ich auf unseren Text im Praxisteil: "Eine Sache sagt uns allerdings gar nicht zu: 4K-Videos lassen sich allein im Videomodus aufnehmen, in den Foto-Modi zeichnen Videografen durch das Bestätigen der Record-Taste maximal Full-HD-Videos auf."

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