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Das Fazit zur Pentax K-1

Der Bildwandler der Pentax K-1 (Datenblatt) misst 35,9 x 24,0mm und gehört damit zur Vollformat-Klasse. Mit einer Auflösung von 36,2 Megapixel (7.360 x 4.912 Pixel) zählt er aktuell zu den Modellen mit der höchsten Auflösung auf dem Markt. Nur die Canon EOS 5DS (Testbericht) bzw. 5DS R und die Sony Alpha 7R II (Testbericht) besitzen noch mehr Pixel. Bei der ISO-Empfindlichkeit kann man sich zwischen ISO 100 und bis zu ISO 204.800 entscheiden, dies auf Wunsch natürlich auch in Drittelstufen. Zur automatischen ISO-Wahl besitzt die Kamera eine ISO-Automatik.

Hier lässt sich zwischen „normal“ und „slow“ sowie „fast“ wählen und ebenso die maximale Sensorempfindlichkeit vorgeben. Auf einen Tiefpassfilter verzichtet Pentax bei der K-1, mit der Tiefpassfiltersimulation besteht aber eine Möglichkeit zum Vermeiden von Moiré-Artefakten. Neben dem Vollformatmodus mit voller Auflösung bietet Pentax auch einen Cropmodus an. Hier sinkt die Auflösung auf 15,4 Megapixel, die Brennweite „verlängert“ sich um den Faktor 1,5. APS-C-Objektive können in diesem Modus ohne Einschränkungen verwendet werden, die Bildrate wird zudem auf maximal 6,5 Bilder pro Sekunde beschleunigt.

Ein besonderes Feature der K-1 ist der Pixel-Shift-Modus. Hier werden vier Bilder pro Motiv mit einem je Einzelbild minimal verschobenen Sensor aufgenommen. Diese vier Aufnahmen werden zusammengerechnet und ergeben ein höher aufgelöstes Bild. Im direkten Vergleich zeigen die Pixel-Shift-Aufnahmen sichtbar mehr Details, diese Technologie lässt sich jedoch nur bei statischen Motiven und dem Einsatz eines Stativs nutzen. Pentax bietet zwar die Bewegungskompensation an, in der Praxis sollte man sich trotzdem auf statische Motive beschränken. Ebenso ist ein feststehendes Stativ ein absolutes Muss. Selbst kleine Wackler, die beispielsweise durch stärkeren Wind hervorgerufen werden, sorgen für unschöne Artefakte. Hier würden wir uns eine etwas "unempfindlichere" Lösung wünschen. Ein Beispielbild (Nummer 17) mit diesen Artefakten finden Sie bei unseren Beispielaufnahmen. Ansonsten ist die Integration dieser Technik zweifellos zu begrüßen.

Beim Test der Bildqualität kann die Pentax K-1 dank ihres 36,2 Megapixel Sensors mit einer exzellenten Detailwiedergabe überzeugen. Das Bildrauschen ist sehr gut unter Kontrolle und bis ISO 800 nicht sowie bis ISO 1.600 kaum zu sehen. Bei ISO 3.200 tritt es leicht sichtbar zum Vorschein, das ist aber nicht negativ zu bewerten. Bei ISO 6.400 greift die Rauschreduzierung erstmals stärker ein, bei ISO 12.800 werden feine Details nicht mehr ganz optimal aufgelöst. Mit Abstrichen lassen sich die Aufnahmen aber verwenden. ISO 25.600 sollte man nur noch mit Bedacht verwenden, hier geht die Detailwiedergabe deutlich zurück. Von ISO 51.200 sowie noch höheren Sensorempfindlichkeiten ist generell abzuraten. Spätestens ab ISO 102.400 sind die Aufnahmen völlig unbrauchbar.

Bei schlechteren Lichtverhältnissen erreichen die Aufnahmen bis ISO 1.600 ein exzellentes und bis ISO 3.200 ein sehr gutes Qualitätsniveau. Ab ISO 6.400 ist das Rauschen dann deutlicher zu sehen, aber noch nicht kritisch. Bei ISO 12.800 beeinflusst es die Bilder sichtbar negativ. ISO 25.600 und noch höhere ISO-Stufen sind keinesfalls zu empfehlen.

Serienaufnahmen speichert die Pentax K-1 mit maximal 4,4 Bildern pro Sekunde:

Eine Kamera muss bei einem hochauflösenden Bildsensor besonders viele Daten verarbeiten. Dies wirkt sich in der Regel auf die Bildrate aus. Das zeigt sich auch bei der Pentax K-1 (Geschwindigkeit). Mit maximal 4,4 Bildern pro Sekunde gehört die Spiegelreflexkamera zu den langsamsten Modellen. Des Weiteren hat die Auflösung auch einen Einfluss auf die Länge der Bildserie. Nur bei JPEG-Aufnahmen wird mit 89 Bildern in Folge eine längere Aufnahmeserie erreicht. Bei RAW-Aufnahmen sind es nur 17 Bilder in Folge, bei JPEG+RAW sogar nur 13 Bilder in Serie. Danach wird die Aufnahmegeschwindigkeit deutlich langsamer und fällt auf maximal 2,3 Bilder pro Sekunde (JPEG) ab. Wer zwei SD-Karten (RAW auf Karte eins, JPEG auf Karte zwei) verwendet, kann  4,4 Bilder pro Sekunde für 13 Bilder in Folge speichern und danach noch 0,5 Bilder pro Sekunde festhalten. Mit diesen Werten ist die K-1 natürlich kaum für die Aufnahme von Actionmotiven geeignet. Diesen Anspruch wird Pentax bei der Entwicklung der Kamera allerdings auch nicht gehabt haben. Mit maximal fünf Bildern pro Sekunde sind vergleichbare Kameramodelle mit ähnlich hoher Auflösung zudem auch nicht signifikant schneller. Von daher ist das Ergebnis der K-1 als akzeptabel zu bewerten.

Keine Rekordwerte stellt die Pentax K-1 auch bei der Fokussierung auf. Wir haben im dkamera.de-Labor 0,27 Sekunden gemessen, die Auslöseverzögerung liegt bei 0,07 Sekunden. In der Praxis fällt dabei auf, dass die K-1 (mit unserem Testobjektiv HD Pentax-D FA 24-70mm F2,8 ED SDM WR) das Motiv zwar sehr schnell scharfstellt, dann aber nochmals kleine Fokuskorrekturen erfolgen. Dadurch wird die Zeit zum Scharfstellen deutlich verlängert. Das Fokussieren mit dem Liveview-AF dauert 0,76 Sekunden, bis zum aufgenommenen Bild vergehen weitere 0,22 Sekunden (= Auslöseverzögerung). Die Zeit vom Einschalten der DSLR bis zur vollständigen Displayanzeige liegt bei guten 1,32 Sekunden, die erste Bildaufnahme nach dem Kamerastart ist nach 1,54 Sekunden möglich.

Die Farbwiedergabequalität kann als durchschnittlich bewertet werden, alle Abweichungen bewegen sich im üblichen Rahmen.

Die optische Bildstabilisierung (von Pentax Shake Reduction genannt) wird bei der K-1 vom beweglich gelagerten Sensor übernommen. Dieser kann Verwacklungen in fünf Achsen ausgleichen und laut Pentax bis zu fünf Blendenstufen kompensieren. Wir haben bei 70mm KB-Brennweite eine Kompensationsleistung von rund drei Blendenstufen gemessen.

Das HD Pentax-D FA 24-70mm F2,8 ED SDM WR ist ein lichtstarkes Standardzoom für die K-1:

Das HD Pentax-D FA 24-70mm F2,8 ED SDM WR ist eines der Standardzooms der Pentax K-1. Mit einer durchgängigen Blendenöffnung von F2,8 fällt es besonders lichtstark aus. Dies macht sich beim Gewicht mit 789g bemerkbar. Das solide gebaute Objektiv besitzt zwei griffige Einstellringe und ist mit Abdichtungen gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Die Autofokusgeschwindigkeit kann weder als langsam noch als besonders schnell bezeichnet werden, sie bewegt sich auf einem akzeptablen Niveau. Bei der Abbildungsleistung sorgt das 2,9-fach-Zoom für gemischte Gefühle. Zumindest unser Exemplar zeigte im mittleren Brennweitenbereich eine teilweise gut sichtbare Unschärfe, das Abblenden um zwei Blendenstufen bietet sich allerdings bei allen Brennweiten an. Dies reduziert auch die auftretende Randabschattung. Gegen die deutliche Verzeichnung im Weitwinkel hilft das Aktivieren der Verzerrungskorrektur.

Die K-1 erzielt mit ihrem 36,2 Megapixel auflösenden CMOS-Sensor eine exzellente Bildqualität:

Unser Fazit:
Die Pentax K-1 (Praxis) ist die erste DSLR mit Vollformatsensor von Pentax und kann als gelungene Premiere bezeichnet werden. Zuallererst muss bei der Spiegelreflexkamera die exzellente Bildqualität hervorgehoben werden. Dank des 36,2 Megapixel auflösenden und 35,9 x 24,0mm großen CMOS-Sensors lassen sich exzellente Bildergebnisse mit hoher Detailschärfe erzielen. Dies gilt nicht nur für niedrigere ISO-Einstellungen, sondern auch für höhere. Bis ISO 1.600 muss man sich in jeder Hinsicht keine Sorgen über ein Bildrauschen machen, erst bei ISO 6.400 fällt es deutlicher auf. ISO 12.800 sind nur noch mit Abstrichen zu verwenden, von noch höheren Sensorempfindlichkeiten würden wir spätestens bei ISO 51.200 abraten. Für einen sehr hoch auflösenden Sensor ist dieses Ergebnis aber sehr gut. Wer Aufnahmen mit einer noch besseren Detailwiedergabe benötigt, kann zur Pixel-Shift-Technologie greifen. Diese kombiniert mehrere Einzelbilder und ermöglicht bei statischen Motiven Bilder mit einer noch besseren Detailvielfalt.

Tasten und weitere Bedienelemente sind bei der K-1 in Hülle und Fülle vorhanden:

Größtenteils zu gefallen weiß bei der Pentax K-1 (Technik) auch das Kameragehäuse. Es ist robust gebaut und natürlich abgedichtet. Zahlreiche Tasten und Einstellräder erlauben das schnelle Verändern von vielen Parametern – eine gewisse Eingewöhnungszeit vorausgesetzt. Durch seinen großen und gummierten Griff liegt das Gehäuse sehr gut in der Hand. Einen guten bis sehr guten Eindruck hinterlassen der große und helle optische Sucher und das sehr flexibel drehbare LCD mit hoher Auflösung. Nur Selbstporträts sind damit nicht möglich.

Bei der Geschwindigkeit kann die K-1 nicht mit flotten Modellen mithalten, wobei dies vor allem an der hohen Auflösung des Bildwandlers liegt. Mit den maximal möglichen 4,4 Bildern pro Sekunde und 17 RAW-Aufnahmen in Serie lässt sich leben, bei Actionmotiven ist man dadurch aber schon deutlich eingeschränkt. Dies gilt zudem auch wegen des Autofokus. Dieser ist zwar nicht langsam, beim Tracking von schnelleren Motiven kommt er jedoch nicht immer mit.

Die Ausstattung ist grundsätzlich gut, unter anderem bei der Videofunktion gibt es aber Schwächen:

Durchaus enttäuschend ist die Videofunktion. Prinzipiell können nur die manuellen Belichtungs- und Tonoptionen sowie der Mikrofoneingang und der Kopfhörerausgang überzeugen. Dass Videos maximal mit 30 Vollbildern pro Sekunde in Full-HD-Auflösung gespeichert werden können und kein kontinuierlicher Video-AF angeboten wird, ist kritikwürdig. Für Videos ist die Pentax K-1 (Beispielaufnahmen) aus unserer Sicht daher kaum geeignet. Wieder überzeugend sind bei der K-1 die vielen kleinen oder größeren Features, beispielsweise in Form der LED-Beleuchtung, des GPS-Empfängers und der beiden SD-Kartenslots.

Nicht zuletzt interessant ist die K-1 auch wegen des niedrig angesetzten Preises. Wer eine robuste DSLR mit hoher Auflösung sucht und kein allzu großes Budget besitzt, liegt bei ihr daher richtig.

Pro&Contra zur Pentax K-1

  • Exzellente Bildqualität und Detailwiedergabe bis ISO 1.600
  • Gute bis sehr gute Bildqualität bei ISO 3.200 und ISO 6.400
  • Sehr hochwertiges Magnesium-Gehäuse mit ergonomisch geformtem Griff
  • Die Kamera liegt sehr gut in der Hand
  • Kameragehäuse mit Abdichtungen gegen Staub und Spritzwasser geschützt
  • Monochromes Kontrolldisplay auf der Oberseite (aber sehr klein)
  • Hochauflösendes, 3,2 Zoll großes Display (1.040.000 Subpixel) mit großen Einblickwinkeln
  • Das Display lässt sich in alle Richtungen schwenken (allerdings nicht drehen)
  • Sehr großer und heller optischer Sucher
  • Im Kameragehäuse integrierter Bildstabilisator
  • Pixel-Shift-Aufnahme für besonders detailreiche Bilder (aber nur bei statischen Motiven)
  • Autofokus mit 33 Messfeldern und 25 Kreuzsensoren (aber siehe Contra)
  • Feinabstimmung des Autofokus möglich
  • 1/8.000 Sekunde als kürzeste Belichtungszeit
  • Direkter Zugriff über Tasten und Wahlräder auf sehr viele Optionen
  • Sehr viele Einstellungsmöglichkeiten im Kameramenü vorhanden
  • Voll- und Halbautomatiken sowie manueller Belichtungsmodus vorhanden
  • Fünf Usermodi für individuelle Einstellungen vorhanden
  • APS-C-Cropmodus für eine höhere Serienbildrate und die Nutzbarkeit von DX-Objektiven
  • Intervallaufnahme möglich
  • Zwei Speicherkartenslots mit verschiedenen Speichermöglichkeiten (z. B.: Backup)
  • Zubehörschuh vorhanden
  • Volle manuelle Kontrolle im Videomodus
  • WLAN zur drahtlosen Datenübertragung und Fernsteuerung vorhanden (NFC fehlt aber)
  • GPS-Empfänger/elektronischer Kompass mit an Bord
  • Blitzsynchronanschluss vorhanden
  • Kopfhörerausgang und Anschluss für ein externes Mikrofon vorhanden (jeweils 3,5mm Klinke)
  • Kompatibel zu allen von uns getesteten Speicherkarten bis 256GB
  • Zur 256GB Lexar Professional 600x Speed (UHS-I, Class 10) SDXC Speicherkarte kompatibel
  • Zur Lexar Professional SDHC 2.000x (300MB/Sek) UHS-II Class 10 128GB Karte kompatibel
  • Die kontinuierliche Fokussierung (AF-C) ist für schnellere Motive nicht wirklich geeignet
  • Die Autofokussensoren sind sehr zentral angeordnet
  • Langsamer Autofokus im Liveviewmodus
  • Bei RAW-Aufnahmen wäre eine längere Aufnahmeserie wünschenswert
  • Schwache Videofunktion (Aufzeichnung nur mit 1080p30 und ohne kontinuierlichen AF)
  • Kein integriertes Blitzgerät

Testurteil

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